LightMAGIC

LightMAGIC ist ein High-End Rendering-System und Styling-Review-System, das von Toyota Motor unter dem Namen  „DSR – Design Styling Review“ seit 1997 in Zusammenarbeit mit dem heutigen Anbieter von LightMAGIC Nihon Unisys, Ltd. für interne Aufgaben entwickelt wird. Ziel der Entwicklung ist es, durch hochwertige, realistische virtuelle Modelle und präzise visuelle Darstellungen von digitalen Produktmodellen effizientere und kostengünstigere Entscheidungsgrundlagen für Styling-Entwürfe zu schaffen und dabei insbesondere ein exaktes Farbmanagement für die gesamte Prozesskette anzustoßen. Durch die Reduzierung von physikalischen Modellen vor allem bei Modellvarianten sollen Kosten- und Zeiteinsparungen realisiert werden, die Toyota heute eindrucksvoll bei verschiedenen Modellreihen nachweisen kann. 2005 erhielt Nihon Unisys, Ltd. die Vertriebsrechte für das Produkt mit dem kommerziellen Namen „LightMAGIC“ außerhalb von Toyota.

Bei der Entwicklung von LightMAGIC/DSR wurden auf der Basis von Forschungsprojekten in den 90iger Jahren Rendering-Algorithmen für Raytracing und Photon-Mapping entwickelt, die gemessene Daten von Materialoberflächen und Materialeigenschaften berücksichtigen. Im Gegensatz zu gängigen Rendering-Algorithmen verwenden die LightMAGIC-Algorithmen Original- Freiformflächendaten und keine tesselierten Geometriemodelle. Dies führt zu einer weiteren Steigerung der Genauigkeit der verwendeten Raytracing-Algorithmen. Das winkelabhängige, spektrale Reflektionsverhalten und das optische Transmissions-Verhalten von Lackoberflächen und anderen Materialen werden gemessen und in die Rendering-Algorithmen importiert. Zur Sicherstellung farbgetreuer Rendering-Ergebnisse wurde zusätzlich Spektralrendering-Algorithmen entwickelt, bei denen das gesamte sichtbare Lichtspektrum in Abschnitte zu je 10 nm berechnet wird.  Die Rendering-Ergebnisse („virtuelle Produktphotos“) spiegeln danach die echten Farbverhältnisse einer Fahrzeugaußenhaut wider. LightMAGIC verwendet zur Darstellung der Farbräume ein 32-bit Floating-Point-Format mit absoluten Farbwerten. Die hochgenaue interne Farbdarstellung bei LightMAGIC erfordert kalibrierbare Ausgabegeräte, z.B. Monitore oder Mehrfarben-Proof-Drucker.

LightMAGIC ist kein 3D-Modellierwerkzeug, sondern importiert vorhandene 3D-CAD-Daten der Außenhaut eines Fahrzeuges. Standardmäßig werden die Daten via IGES-Schnittstelle in LightMAGIC importiert. Dabei wird jedem Bauteil, das getrennt von anderen Bauteilen farblich behandelt werden soll, Material- und Farbeigenschaften zugeordnet. LightMAGIC besitzt Positionierungsfunktionen, mit denen die importierten Fahrzeuggeometrien je nach Benutzerwunsch räumlich ausgerichtet werden bzw. für bestimmte Kameraperspektiven aufgestellt werden. Die so bestimmte Geometrie wird zusammen mit den ausgewählten Oberflächenparametern einem Render-Server für das Rendering übergeben. Da LightMAGIC die Raytracing-Algorithmen direkt auf die CAD-Flächendaten anwendet entfallen die bekannten Artefakte, die bei der Übersetzung von CAD-Flächen in tesselierte Flächendaten gewöhnlich entstehen.

Die Besonderheit von LightMAGIC ist die Verwendung von gemessenen Lichtdaten der Materialien. Es ist möglich, die von Toyota zur Verfügung gestellte Basisbibliothek von vermessenen Farbproben zu verwenden oder Farbproben entweder per Serviceleistung oder durch Nutzung eines eigenen Geräts (Gonio-Spektrometer, Spektrometer, etc.) zu vermessen.

Durch die Realisierung einer vollständigen digitalen Farbprozesskette vom Entwurf bis zu den Pigmentherstellern von Lackproduzenten ist es möglich, Produktvarianten mit 100%iger Sicherheit bei der Farbauswahl zu bestimmen, ohne dass hierfür ein reales Farbmuster produziert werden muss.

Grundsätzlich ist LightMAGIC auch für Anwendungen außerhalb der Automobilindustrie einsetzbar, wenn hochwertige Anforderungen an die digitale Farbprozesskette gestellt werden.

ConWeb GmbH hat mit Nihon Unisys, Ltd. eine Vertriebsvereinbarung abgeschlossen, um LightMAGIC in Europa zu vermarkten.